Räuchern

Auch heute noch ist während der Rauhnächte das Räuchern eines der wichtigsten und bekanntesten Bräuche. Gerade in ländlichen Gegenden wird heute noch oft das Ausräuchern von Haus und Stall praktiziert. Traditionell zog dann die ganze Familie betend durchs Haus. Ganz vorne ging der Vater mit der Räucherpfanne, gefolgt von der Mutter und danach den Kindern. 

Ein alter Brauch

Seit jeher kamen im Räuchern zwei Bedeutungen zu. Zum einen ging es darum Götter und Geister ein Opfer zu bringen und diese dadurch milde zu stimmen, genau wie das Ausräuchern die dunklen Mächte und ansteckende Krankheiten neutralisieren und davor schützen sollte.

Bei den alten Völkern waren es meist weiße Männer und Frauen, Schamanen und Schamaninnen, Priester und Priesterinnen, Druiden und Seherinnen, die sich mit Heilkräutern und deren Wirkung auseinandersetzen und die Verantwortung für die Gemeinschaft trugen. Aus dieser Zeit können wir leider kaum mehr schriftliche Zeugnisse über dieses wertvolle Wissen finden, da die Hexenverfolgungen diese zerstört haben. Allerdings haben wir die Möglichkeit durch das Räuchern mit unseren heimischen Pflanzen diese alte Tradition neu aufleben zu lassen und uns somit wieder mit dem Geist der Pflanzen in Kontakt zu treten.

Die Hausräucherung

Vor einer Hausräucherung sollten alle Räume aufgeräumt und geputzt werden, hier ergibt sich eventuell auch die ein oder andere Möglichkeit etwas auszusortieren oder wegzugeben. Heute sagt man, man sollte beim Räuchern einige Fenster leicht geöffnet oder gekippt lassen, damit was entweichen möchte, auch das Haus verlassen kann. Jedoch muss man auch bedenken, dass in früheren Zeiten höchstens einmal die Tür geöffnet wurde, um traditionell gesehen, das vermeintlich böse hinaustreiben. Der Duft entfaltet sich allerdings auch besser, wenn die Fenster geschlossen bleiben.

Am besten beginnt man in den unteren Räumen, sofern man ein mehrstöckiges Haus ausräuchern möchte, im Uhrzeigersinn geht man von Raum zu Raum. Wenn man wirklich gründlich alles ausräuchern möchte, macht man dies viermal. Dabei sollte man die auch Absicht aufrechterhalten, sämtliche Energien zu klären. Besonders die Ecken und Winkeln in den Räumen sollte man nicht unterschätzen. Hier sammeln sich gerne unerwünschte Energien. Je nach Größe der Wohnung oder das Hauses muss man eventuell die Räucherkohle zwischendurch gegen neue ersetzen. Zum Schluss lässt man den Rauch noch eine Weile wirken und lüftet dann alle Räume gründlich durch.

Die wichtigsten Räucherpflanzen und Harze in den Rauhnächten

Eine der Pflanzen ist die Mistel, aber auch Salbei, wilder Thymian und Beifuß sind in den Rauhnächten wichtige Begleiter. Der Salbei, da er desinfizierend wirkt und auch sehr gut negative Energiefelder auflösen kann. Besonders für Kranken- und Sterbezimmer ist der Salbei sehr geeignet. Der Thymian wirkt ebenfalls desinfizieren und wirkt stärkend und aufbauend. Der Beifuß hat ebenfalls stark reinigende Kräfte und ist ein traditionelles Schutzkraut. Es eignet sich für Haus und Ställe. Für unsere Wahrnehmung und gerade beim Orakeln ist die Schafgarbe auch heute noch eine wichtige Unterstützung für uns.

Die Alantwurzel ist heute noch eine wichtige Pflanze. Sie gibt die Kraft der Sonne frei, regt unsere eigenen Abwehrkräfte an und hebt die Stimmung. Sie soll auch besonders starke Kräfte gegen Dämonen haben. Auch der Wacholder ist von wichtiger Bedeutung, denn er wirkt desinfizierend, vitalisierend, zentrierend und klärend, weswegen er viel gegen Krankheiten angewendet wird. Die wichtigste Heil- und Räucherpflanze ist und bleibt auch während der Rauhnächte das Johanniskraut. Die Königskerze ist als Schutzpflanze gegen Unwetter und mit ihren goldgelben Blüten als Symbol für das Sonnenlicht eine wichtige Pflanze.

Auch Harze spielen eine wichtige Rolle. Zuerst steht hier das Lärchenharz. Das Harz dieses Nadelbaums steht für die Erneuerung und Neuanfänge, deswegen passt es auch so gut in die Rauhnächte, wo wir altes loslassen und neues willkommen heißen. Schon bei den Kelten war die Tanne ein mächtiger Schutzbaum. Dieses Harz soll besonders vor Krankheit und Dämonen schützen. Fichtenharz wirkt desinfizierend und hat daher schon damals in keiner Räuchermischung fehlen dürfen. Das Kiefernharz wirkt genauso desinfizierend aber auch belebend und durchblutungsfördernd, weswegen dies auch heute noch ein wichtiges Harz ist.

Von Luca

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